Senegal.
Der reiche Fischer.

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Er sitzt auf seiner Bank.
Am südlichen Ende
der Insel.
Das Netz ist alles,
ist virtuos
zwischen Zehen
und Fingern
aufgespannt
wie Saiten einer Harfe.

Strahlt seelig
ein weißes Lachen
im Dreck.
Verklebte Kaffeebecher
verbrauchte Filter
ausgelutschte Mangoruinen
singen im Sand
ihre Melodie.

Fliegen kreisen und kreisen
und kreisen
träge
ein lärmender, vertrockneter
Schwarm
wie eine schwarze
Wolke.
Ruhe
schält sich
aus Einsamkeit
am anderen Ende der
Insel
sprudeln Adern
aus Gold.

Arm und Reich

Face to Face
ohne Skype, ohne Buch
im Schmutz.

Kalter Wind
vom Meer her
presst
schäumende Wellen
und ich denke
an ein ruderndes Boot
Festlandleben
sterbende Treibende.

Ich richte
meine Augen auf ihn
ruhig
sitzend und
sehe
mich herumwirbeln
liebe das Lachen
hasse das Aroma
frage mich
wie das geht
wundere: wohin?
warum lachen
– hier.

Er
lacht, lacht, lacht
und liebt
gleitet hoch und höher
dann
hat sich, die salzige See
zieht dahin

Herzschlagendes Schaukeln

in das Blau hinein
grenzenlos
atemlos atmend
läuft auf Luft
Er.

An der Rezeption
lauern sie,
sagen:
„Heute kein warmes Wasser
vor 10.“

17. August 2014

One response to Senegal.
Der reiche Fischer.

  1. Wie poetisch. Das tut einfach mal gut neben den vielen selbstverliebten Urlaubsstories-Bloggern. Danke.

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