Phuket Town. Die mit den Haenden sehen.
Der indische Vater der Thai-Massage, Jivakar Kumar Bhaccha, ist ein alter Spezi vom Buddha. Vor Beginn jeder Thai-Massage wird er mit einem Gebet verehrt. „Heilsame Berührung“ bedeutet das ursprüngliche Wort für Thai-Massage in unsere Sprache übersetzt. Manche Bangkok Urlaubsbiographie legt andere Übersetzungsvarianten nahe. Dumme Klischees, mehr nicht. mehr…
4. Dezember 2011 2 Kommentare
Wer trinkt hier seinen Penis nicht?
Diese Einladung zum Genuss laesst manchen Gast baff erstaunt zurueck. Doch halt! Wollen wir mal genauer hinsehen. Zunaechst gilt: Andere Laender, andere Sitten. Indische zum Beispiel: Yoga-Gurus einiger Volksstaemme trinken dort aus dem Penis. Ebenso ueberliefert ist der Brauch, Menschen zu verspeisen. Dieser hat seinen Ursprung in primitiven Kulturen, die den Glauben pflegen, Staerke und Tapferkeit eines Feindes wuerde einverleibt, indem man sein Herz verspeist. Und selbst in unserer unmittelbaren Nachbarschaft gibt es Praktiken und Offerten, die den Fluessigkeitstausch mit handelsueblichen Schwaenzen zum Vertragsgegenstand haben. Fragen Sie mal bei Hata Mari in der Voorburgwal Gracht in Amsterdam nach.
Oder ist alles ganz anders und meint der Betreiber dieser Getraenkekarte – etwas ungelenk, zugegeben – anbieten zu wollen, Fluessiges direkt aus seinem Zapfhahn konsumieren zu koennen? Denn eine Kegelbahn koennen wir beim uebersetzen und studieren des Angebots wohl ausschliessen. Gleichwohl werden in genanntem Etablissement bekanntermassen noch waehrend des Sportbetriebes – unzaehlig und ganz unverhohlen – Bier-, Schnaps- und Likoer-Getraenke auf dem Verzehrwege hemmungslos nachgefragt. Wir denken mit Schauern und wehmuetigem Kopfschmerz an den Kegelausflug von 1983 auf Mallorca zurueck.
Mit Empoerung wiederum erinnern wir abschliessend an das Dschungel-Camp aus dem Januar zurueck, in dem Heidi Klums Super-Model Sarah bei der Pruefung partout ihren Penis nicht trinken wollte. Schon seinerzeit dachten alle nur: Welch ein praetentioeses Mode-Model, trinkt ihren Penis nicht! Nun steht er auf der Karte dieses Speiselokals. Pech gehabt!
4. Dezember 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Thailand. Buddhisten in bunten Bermudas.
Der Mann steht mit der Hose in der Hand und dem Rücken zum Meer am Ufer. Die Wellen sind heute nicht in Laune. 10 Zentimeter. Mehr nicht. Eigentlich sind es gar keine Wellen, die da an Land pressen. Ein bischen kraftloses Wasser, was da müde eintrifft, ja. Ein Wellchen vielleicht. mehr…
30. November 2011 3 Kommentare
Vom Suchen.

Da haben wir es wieder! Wo habe ich nur meine Mofa-Schluessel verschusselt? Das beleibt-betagte Muetterchen bietet uns zunaechst auf den ersten Blick Altbekanntes: Schusselig, ob ihres Alters, in einem Plastikbeutel gefuellt mit Gebissreinigern nach Mofaschlueeseln wuehlend. Typisch! Was der vorbeischreitende Kopfschuettler nur ahnt: Der Inhalt der Tuete ist es. Und Tuete ist hier das Stichwort. Das Muetterchen ist eine strandbekannte Krauetermischerin, die in ihrem Strand-Cafe Tees und Anderem auch schon mal klammheimlich allerlei Psychoaktivierendes zur nachtraeglichen Freude ihrer Stammkundschaft beimengt. Der Stechapfel, Azteken-Salbei, der Kubanische Kahlkopf und Engelstrompeten gehoerne wie selbstverstaendlich in Muetterleins Plastikbeutel, wenn sie – wie heute – mit ihrem Mofa die Wocheinkaeufe im Supermarkt erledigt hat.
30. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Sinnfragen – Das Schlauchboot und der Strand.

Hier denkt Eine: Wenn meine Pigment-Genetik doch nur der des Schlauchbootes gliche! Und weniger dem Pigmentum des Sandes! Es waere fuer jederman sofort erkennbar, dass ich gar keinen Rosetten-Fell-Bikini trage, sondern eine wolluestige Leopardin bin, die auf Lauerjagd liegt. Ich frage mich allen Ernstes, wie dieses Schlauchboot das nur anstellt. Vor Unglueck moechte ich mich lauthals schreiend im Sand einbuddeln. Meine braun-blonden Straehnen und die leuchtend guenen Augen habe ich unter dem Handtuch versteckt. Man sieht mich gar nicht. Oh Gott – wenn ich hier laenger liege, wird man mich spaeter fuer ein Schlauchboot der franzoesichen Marine halten. Das moechte ich nun aber auch nicht. Vielleicht sollte ich wieder aufstehen, oder mich zumindest einmal umdrehen. Oder den Kopf mal Richtung Wasser…? Ich koennte die Beine durchstrecken, gerade und flach, wie ein Schlauchboot. Ach, Nein! Wie schwer das Leben in einem Leoparden-Bikini ist. Die Leute haben ja gar keine Vorstellung!
30. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Achtung: Falschparken – kein Kavaliersdelikt!

Immer diese Falschparker! Zurecht wird in diesem Fall behoerdlich hart gewaltet. Dienstanweisung dreiundzwazig quer fuenf, Punkt zweiunddreissig, regelt Vorgehen und Ahndung solcherlei Verhaltens-Verstoesse daher klar: Mit unmittelbarer und hoechster Prioritaet ist eine Beweisfotogafie vom Gegenstand des Vergehens zu erstellen. Dabei ist zu beachten, dass auch bei Fotoaufnahmen der Einfallswinkel dem Ausfallswinkel entspricht. Das lernt jeder beim Billardspiel in der Eckkneipe. Die Umsetzung in die Praxis hat schon dort fuer manche Juxerei unter Beteiligten gesorgt. Grund zur Freude gibt es hier diesmal aber nicht: Mit Ausnahme des roten Richtigparkers, erwartet saemtliche Verkehrsteilnehmer ein Bussgeld saftigen Ausmasses. Eben kein Kavaliersdelikt!
29. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Bangkok. Auf der Flucht vor der Flut.

Ha, erwischt! Nie war es einfacher, einen Beweis anzutreten: So schützen sich thailaendische Politiker vor dem Flutwasser in Bangkok und bereiten gleichzeitig in klammheimlicher Ruhe eine Flucht aus der Hauptstadt vor. Klar zu erkennen ist, dass der Elite dabei sagenhaft moderne Schutzwaelle und astronomisch teure Spezialboote zur Seite stehen. Waehrend die Ehefrau schon einmal das Noetigste an Beinkleid und weiterem, nützlichem Alltags-Gewand aus dem Kleiderschrank bereitgehaengt hat, verschafft der politisch engagierte Gatte mit schwimmendem Gummimaterial Zugang zur Flutwelle, um die geflutete Hauptstadt auf dieser – ohne das Volk im Boot – verlassen zu koennen. Auf dem Fahrrad wird die Familie spaeter zur Ablegestelle fahren, das Boot im Huckepack, die Kleider – knitterfrei gebuegelt – teils im roten Korb auf dem Gepaecktraeger sicher verstaut, teils lose auf dem Schoss, notduerftig transportierend. Die Bild-Zeitung hatte bei ihrer Uerberschrift Politiker wollen Bangkok als Hauptstadt aufgeben aus versehenhentlichen Gründen weitere Details zu der unmittelbar bevorstehenden Flucht der politischen Elite ausgespart. Schade, für die interessierte Leserschaft. So sieht dass also aus, wenn der Kapitaen von Board geht, mag mancher Beobachter der Fluchtszene jetzt denken. Hatte ich mir ohnehin so vorgestellt. Wir koennen getrost annehmen, dass das gummierte Fluchtvehikel von einem einheimischen Strassenhaendler – bevorzugt von einem, der an der Ecke der Strasse feilbietet und nicht in der Mitte – bezogen und ein bester Preis genannt und gezahlt wurde. Fair Trade, sozusagen. Q.E.D.
20. November 2011 Kommentare deaktiviert für Bangkok. Auf der Flucht vor der Flut.
Bangkok.
Million Baht Baby.
Das Treffen von Entscheidungen und die Spekulation bestimmen seit jeher unser Leben und treibt Menschen an. Der Mann mit der Nazi-Frisur sitzt direkt hinter mir. Die Haare sind über den Ohren und am Hinterkopf abrasiert, der Seitenscheitel tut, was ein Scheitel tun muß. Das freundliche Gesicht ist verzerrt. Der Thai blickt zu mir herüber und lacht mich verschmitzt und ohne Zähne an. Auf seinem Schoß liegt eine offene, grüne Kiste, die aussieht, wie ein alter Zigarrenkasten. In der Kiste liegen sechs unterschiedliche, schwarze Mobiltelefone.
Ich sitze am Boxring und blicke auf die Stehplatztribüne des Lumpini-Thai-Boxing Stadions in Bangkok. Die Menschen stehen dicht gedrängt und gestikulierend beisammen und brüllen. Sie sind verfallen. Nicht dem Boxsport. Dem Glückssport. Mit einer sachten Handbewegung, die man leicht für ein „Hallo-wie-gehts?“ halten könnte, wechseln hier 100.000 Baht (2.000 EUR) und mehr, den Besitzer. Das Drama im Ring: Nur Nebensache.
Wie in der Manege des Zirkus Krone drehen die Boxer vor dem ersten Gong eine Runde im Ring. Die Musik könnte auch im Zirkus Krone spielen. Bei der Elefanten Nummer. Es sind langsame, wiegende Bewegungen zu einer Musik, die mich alsbald in Trance fallen läßt. Auf den weiter entfernten Stehplätzen bemerkt niemand, wie die Boxer – vollgepumpt von Angst – schleichend ihre Ringrunde drehen. Ihre Bauchmuskeln zucken aufgepeitscht.
Plötzlich wirft sich einer der beiden Boxer auf die Knie. Dann sanfte, rhythmische Armbewegungen, in die schwere, rauchige Luft hinein, die der Ventilator unter der Decke versucht vom Fleck zu bewegen. Zur Ruhe kommen. Zulassen. Alles verwischt für den Moment zur Bedeutungslosigkeit. Für die Boxer, für alle. Später wird einer der Kämpfer noch einmal auf die Knie fallen, denn beim Thai-Boxen küßt der Sieger dem Verlierer die Füße.
Eine 200.000 Baht Entscheidung
Der zahnlose Mann hält sich die grüne Kiste vor das Gesicht und spricht in die Kiste hinein. Alles auf Rot. Oder Blau. Noch ist alles Spekulation. Die Abwesenheit von Gewissheit. Er dreht sich um, in Richtung Stehplätze, hebt die Hand und bewegt einzelne Finger ein paar Mal vor und zurück. Eine verschlüsselte Zeichensprache. Als er sich zurückdreht, schaut er mich zufrieden an und zwinkert mit beiden Augen. Ich lache zurück. Hoffentlich keine Entscheidung, die mich aus einer Laune heraus 200.000 Baht kosten wird.
Auf einem Schild, das am Ring klebt, steht: „Ladies, don’t touch the ring!“ Ich will von der erregten Thai-Frau, die neben mir sitzt, wissen, ob Thai-Männer davon träumen, Thai-Boxer zu werden. Sie lacht, kichert. Ja, sagt die junge Frau, Thai-Boxer und Mönche spielen eine wichtige Rolle in Thailand. Aber das Wichtigste sei das Wetten. Nach dem Kampf gehe ich in die Kabine der Boxer, sehe in die Gesichter und bemerke, daß hier auf Kinder gewettet wird. Die Nachfrage nach immer neuen Thai-Boxern muß ähnlich hoch sein, wie der Bedarf neuer Gesichter im Porno-Business. In Thailand, las ich einmal, heißt es, verkaufen die Armen ihre Körper, entweder als Huren oder als Thai-Boxer.
Was die Menschen außerhalb des Rings hertreibt und anmacht ist der Spaß am Spekulieren und die Gier. Der Kick, für einen Moment gewiss sein und auf das richtige Pferd setzen. Die Versuchung, den Arm heben und Gewinner sein. Dabei sein. Wie auf dem Parkett der New York Stock Exchange, sekundenschnell Entscheidungen treffen und richten, über Kaufen und Verkaufen, über Gewinnen und Verlieren, über Leben und Sterben.
Boxen bis zur Explosion
Der Zahnlos-Mann hält wieder seinen Sprechkasten vor das Gesicht und regt sich auf. Die Kunden wollen aus der ersten Reihe informiert werden. Wie soll man da sonst spekulieren? Thai-Boxen hat etwas mädchenhaftes – bis es zur Explosion kommt. Dann ist es: Kraft, Schnelligkeit und Brutalität, Schmerz, Leiden und Verzicht. Und jeder weiß: Der größte Schmerz wäre, das Gesicht zu verlieren.
Im Ring stehen sich Rot und Blau gegenüber und tänzeln im Kreis. Rot tritt Blau mit dem Fuß gegen das Schienbein. Blau lächelt, tut beleidigt. Blau hebt den Kopf, ohne seinem Gegner in die Augen zu blicken, verzieht den Mund und tritt sachte mit einem Bein zurück. Tritte und Stöße. Der Rhythmus nimmt Fahrt auf und gipfelt in explosionsartigen K.O.-Versuchen.
Nun versuchen beide mit den Händen vor dem Kopf jeweils auf den anderen aufzuspringen. Das ist schwierig, da sich beide aufrecht gegenüberstehen. So duellieren sich Rot und Blau mit jeweils einem angewinkelten Bein, Körper an Körper. Bei jedem Körpertreffer antwortet die Stephplatztribüne als Chor. Ein mitfühlendes UHH!, gefolgt von einem erleichterten AHH! Dabei geht es mehr darum, den Status der eigenen Spekulation zu kommentieren, als die Wucht des Schmerzes zu beschreien.
Das Drama in Ring: Geachtete Gewinner, Vergessene Verlierer
Das Drama im Ring: Nur Nebensache. Gegen Ende der Runde 4, mehr UHHs! als AHHs! Der Kisten-Mann winkt und schreit. Handzeichen und weitere Gesten fliegen wie Pfeile in die blaue Ringecke. Zwei Finger, die aufrecht stehen. Eine Faust, die ausfährt. Ein Kopf, der zurückweicht. So geht das, Mann! Mit ein bischen mehr Gewissheit spekuliert es sich nunmal einfacher. Der Trainer in der blauen Ecke knöpft sich seinen geschundenen Mann in der Pause vor. Er zeigt ihm zwei Finger. Ein Faust, die ausfährt. Und einen Kopf, der zurückweicht. So geht das, Mann!
Ein weiterer Gong. Die letzte Runde. Der Blick des Mannes aus der blauen Ecke trifft beim Kisten-Mann ein. Der schaut zufrieden zurück. Mehr AHHs! als UHHs! Aus. Ende. Entscheidung. Blau hat sich diesmal durchgeboxt. Schluß mit Spekulation. Der Kisten-Mann steckt dem blauen Boxer Geldscheine in den Mund.
Er muß nun keine Entscheidungen mehr treffen, hat sich und andere zu geachteten Gewinnern und zu vergessenen Verlierern getrieben. Antoine de Saint-Exupéry wußte es längst: “Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt zu leben.” Doch der Gong zu einer neuen Runde dringt bereits durch die Arena.
19. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar
Bangkok. Die Scheiße fließt mit Sicherheit.

Ging man landlaeufig die meiste Zeit davon aus, dass einem Schild, auf dem zu lesen steht: >>Sicherheits-Kontrolle. Aus Sicherheitsgruenden.<<, keine weitere Beachtung geschenkt werden sollte, soll hier eindringlich vor einer uebereilten, gedankenlosen Missachtung gewarnt werden. Jedermanns Büroalltag koennte sich im Handumdrehen vereinfachen. Die Brillanz und Argumentationsstaerke der obigen Rhetorik liegt im Auslassen des Mittelsteils und damit der kategorisch ausgeschlossenen Moeglichkeit des Zweifelns. Hier macht es jemand dem Leser einfach schwer. Es ist die Unmoeglichkeit eines Vergleiches zwischen zwei Momenten im Kirgegaard-Sinn: Einem Moment mit und einem ohne Sicherheits-Kontrolle. Aber nur durch den Vergleich ist ein Zweifel an der Wahrheit oder Unwahrheit der Behauptung ueberhaupt moeglich. Das einleitende Statement wird schnurstracks erinnert, tautologiert, geminiert. Eine Paraphrase – ohne ausführender zu umschreiben. Schlussfolgerung folgt auf Einleitung. Die Aufloesung folgt indes auf dem Fuße: Den Mittelteil hat Bernd Stromberg, Ressortleiter der Abteilung Schadensregulierung M bis Z, geklaut.
Ernie: Warum soll ich das jetzt machen?
Stromberg: Weil ich das gesagt hab. Ja so sieht das aus. Die Scheiße fließt immer von oben nach unten.
18. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar


